Alles für den Dackel, alles für den Club.

Es war vollkommen klar, mein Hund sollte das Leben eines echten Hundes leben, ganz wie seine stolzen Ahnen. Selbstverständlich bedeutet dies, dass Futter selbst zu kochen. Kein Wolf hätte je eine Dose geöffnet. Frischfleisch mit einem Bukett auserlesener Gemüsesorten muss es schon sein. Aber bitte vorsichtig mit dem Lachs, der führt gelegentlich zu Sodbrennen.

Auch ein Halsband ist vollkommen ausgeschlossen. Jede natürliche Bewegung der Muskulatur wäre gestört, so kann ein junger Hund keine gesunde Entwicklung erfahren. Nein, ein Geschirr ist es, was die Wölfchen von heute tragen. Mit Riemen entlang der Brust um Druck auf der Schulter zu vermeiden. Und wenn Harald Glööckler seine Klebepistole wieder findet, würde auch der ein oder andere Edelstein das Allgemeinbefinden sicher nicht stören.

Ganz im Gegenteil, es ist wissenschaftlich erforscht, dass Amethyste und Rosenquarze helfen, Stress fern zu halten um so die Gefahr einer Depression zu reduzieren. Als liebende Hunde-Mama ist mir natürlich das seelische Wohl meines kleinen Rackers oberste Herzensangelegenheit. Erst vergangenen Monat berichtete mir unsere Mentaltrainerin beim regelmäßigen Treffen wieder, wie wichtig die spirituelle Stärkung des Hundegeistes ist.

Da nur in einem gesunden Körper ein gesunder Geist leben kann, muss natürlich auch an die entsprechende Fitness gedacht sein. Auch hier achte ich selbstverständlich auf den richtigen Ausgleich. Quasi Bauch-Beine-Po auf vier Pfoten: Nordic-Walking für die Kondition, Schwimmtraining um die Gelenke zu schonen und Gymnastik auf dem Trampolin sollen uns eine lange gemeinsame Zeit versprechen.

Aber mein Hündchen wird keines Wegs verhätschelt. So haben wir beispielsweise nur die nötigsten Mäntelchen: Einen flauschigen Winter-Parker, die Übergangsjacke, das Sonntagsmäntelchen für die Stadt und natürlich ein Kostüm für die besonders feinen Anlässe.

Nun soll man es ja mit der Hundeliebe nicht übertreiben. Tier bleibt Tier, das ist ganz klar. Auch wenn ich mir sicher bin, dass mein Hund mich so sehr liebt, dass er jedes einzelne meiner Worte besser versteht als irgendwer sonst es je könnte. Es sollte selbstverständlich sein, solch einen treuen Gefährten nicht auf den kalten Kacheln liegen zu lassen, ein herzloser Gedanke. Eine Wohn-&-Kuschel-Höhle der Sonderedition erfüllt den Mindestanspruch an ein bequemes Hundeleben, aber wer seinen Hund wahrlich liebt, so wie ich es tue, der wird ihm auch Couch und Bett nicht verwehren. Denn mein Hund gehört doch zur Familie dazu. Und ich würde ja auch nicht meinen Ehegatten auf die Couch verbannen. Doch wenn ich es recht bedenke…? In diesem Sinne: „Kann der Köter nicht selber laufen?“ „Das hat Prinzessin gar nicht nötig!“

Text: Anja Brenn | Bild: Bernd Kasper / pixelio.de
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